Jogging-Wettkämpfe: Ja oder Nein? – eine Grundsatzfrage

Normalerweise fängt bei den meisten Menschen das Dauerlaufen oder Joggen mit einer ganz simplen Motivation an: Man möchte etwas für seine Figur, beispielsweise gegen die Hüftröllchen, tun, allgemein eine etwas bessere Kondition bekommen und fit werden. Dazu schließt man sich gern aus persönlichen oder sozialen Aspekten einer existierenden Laufgruppe an. Einfach mal gucken, wie das so ist und was es wohl bringt. So basiert das sportliche Grundmotiv weder auf Wettbewerbs-, noch auf Kampfgeist. Man läuft zwar gern gegen die Zeit, oder auch immer längere Strecken, dies aber mehr, um den eigenen Fortschritt zu überprüfen. Das Joggen ist in erster Linie eine angenehme Dauerbelastung. Natürlich zählt dabei auch der daraus resultierende Wohlfühleffekt, der auf die erhöhte Ausschüttung von Endorphinen bei körperlicher Anstrengung zurückgeht.

Auch gesundheitliche Aspekte spielen beim Joggen eine wesentliche Rolle. Laufen fördert nicht nur die allgemeine Gesundheit, sondern stabilisiert auch das Immunsystem. Es beugt so Erkältungen und einer Reihe anderer Krankheiten vor, ertüchtigt den ganzen Körper gleichzeitig, entspannt vom Stress des Alltags und macht normalerweise aus jedem Läufer einen ausgeglicheneren Menschen. Sogar bei Diabetes, Depressionen oder anderen Krankheiten soll es bisweilen durchaus hilfreich sein.

Ob sich aus all dem nun auch ein Wettkampfgedanke entwickelt, sei mal dahingestellt. Sogar Jogger, die irgendwann in ihrem Leben mal einen halben oder ganzen Marathon gelaufen sind, sagen üblicherweise, dass die Teilnahme und „gut“ ins Ziel kommen viel wichtiger war als zu gewinnen. Die großen Marathons der Welt, wie in New York, Boston oder Honolulu, sind dann auch noch einmal ganz anders als die europäischen, wie in London oder Paris, oder die bekanntesten deutschen, wie in Berlin oder Hamburg. Wer dabei unter den ersten 100 Läufern ins Ziel kommen will, muss in der Regel eine Vergangenheit als Leichtathlet oder Langstreckenläufer haben, ist also Leistungssportler. Von einem Hobby-Jogger, der einen offiziellen Marathon gewonnen hatte, wurde bisher jedenfalls noch nichts bekannt. Letztlich muss jeder vor dem Start auch erst einmal die Mindestzeit für seine Altersgruppe aus einem anderen, offiziellen Marathon nachweisen.