Gute Frage: Wann fällt die Zwei-Stunden-Grenze beim Marathon?

Die Zwei-Stunden-Grenze scheint so etwas wie die Schallmauer des Marathonlaufs zu sein. Warum ist das so? Wer die Rekordzeiten etwas genauer untersucht, stellt fest, dass sie sich zwar immer mehr den zwei Stunden annähern, aber immer langsamer. Der erste Marathonrekord unter 2:10:00 wurde im Jahr 1967 von Derek Clayton (AUS) mit 2:08:36 in Furokava, Japan aufgestellt. Seitdem sind über 50 Jahre vergangen und der Weltrekord des Kenianers Dennis Kimetto mit 2:02:57, gelaufen im Berlin-Marathon 2014, gilt weiterhin. Der erste, offiziell aufgeführte Weltrekord aus dem Jahr 1908 wurde von John Hayes (USA) in London mit 2:55:18 aufgestellt. In knapp 60 Jahren ging es um fast 50 Minuten schneller, für die letzten 5,5 Minuten dauerte es fast 50 Jahre.

Aber was bedeuten diese Zeiten? Ziehen wir mal ein paar Referenzwerte heraus. Die Marathonstrecke hat genau 42,195 Kilometer, gerundet 42,2. Grob gerechnet sind das 42,2 einzelne 1000-Meter-Läufe nacheinander oder 422 einzelne 100-Meter-Sprints. Nimmt man nun die Zeit von Dennis Kimetto entspricht diese 7.200 (2 h) + 120 (2 m) + 57 (s) = 7377 Sekunden. Teilt man sie nun durch die 422 aneinandergereihten 100-Meter-Sprints, ergibt sich eine durchschnittliche Zeit von knapp 17,5 s pro 100-Meter-Lauf. Das ist sehr schnell, wenn sich der ein oder andere vielleicht noch an seine Sprintzeiten auf 100 Meter bei den Bundesjugendspielen erinnert. Bei den 1.000-Meter-Läufen wird es dann noch heftiger. Die Durschschnittszeit für jeden der 42,2 1.000-Meter-Läufe ist nämlich 3:03 Minuten. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5,44 Meter pro Sekunde oder besser 19,6 Kilometer pro Stunde.

Nimmt man diese Werte nun für die Zwei-Stunden-Schallmauer, ergibt das 100-Meter-Läufe von 17,06 Sekunden und 1000-Meter-Läufe von 2:50 Minuten durchschnittlich. Anders ausgedrückt, der Vorsprung gegenüber dem vorherigen Weltrekordhalter wäre über ein Kilometer. Das ist echt krass, und da können sich Sportärzte und Physiologen noch so sicher sein, dass Zeiten von 1:58:00 theoretisch möglich sind, bis es dazu kommt, werden wohl noch Jahrzehnte vergehen.