Funktionskleidung – das Spiel der Superlative kennt offenbar keine Grenzen

Ständig taucht etwas Neues in Sachen Funktionssportkleidung auf. Waren es zunächst nur atmungsaktive oder schweißabsorbierende Fasern für T-Shirts und Hosen, scheint jetzt das Zeitalter der digitalen Techno-Sportkleidung angebrochen zu sein: T-Shirts, die beim Laufen den Puls messen und ein Live-EKG erstellen, sind ebenso keine Seltenheit mehr, wie Kompressionskleidung, die zur Gewebestabilisierung und Durchblutungsförderung eingesetzt wird. Was soll das werden?

Natürlich sollte sich jeder der Jahreszeit entsprechend kleiden, der im Freien joggt. So sieht man im Winter oft Jogger mit Handschuhen, Mütze oder Ohrenschützern – logisch, gegen die Kälte. Wer jedoch der Werbung so genannter Funktionssportkleidung Glauben schenkt, braucht für alles und jedes irgendein Schnickschnack-Outfit. Also für „trocken-kalt“, „normal-kalt“ und „nass-kalt“, oder „mit“ oder „ohne“ Wind und so weiter. Wer das mitmachen will, bitte schön, jedem Tierchen sein Pläsierchen. Nur, macht das wirklich Sinn?

Als Vertreter einer schon etwas älteren Generation von Joggern möchte ich hier an alle jungen oder auch weniger erfahrenen Jogger ein paar Ratschläge aus eigener Erfahrung mit auf den Weg geben.

Regel 1: Macht euch nicht bescheuert!

Niemand läuft besser oder schlechter, wenn er einmal mit einer zwickenden schlecht sitzenden oder schlecht atmenden Jacke läuft. Man zieht sich beim nächsten Mal was anderes an und gut ist. Wenn Regen droht, einfach ein kleines, dünnes, zusammenrollbares Cape in die Tasche stecken und los. Wenn es richtig zu schütten anfängt, heißt es sowieso nur noch: So schnell wie möglich zurück nach Hause.

Regel 2: Naturfasern sind nach wie vor das Allerbeste

Wenn es irgendwie geht, Unterwäsche und Kleidung aus Wolle, Baumwolle oder Seide. Das ist zum Teil richtig teuer, zahlt sich aber aus. Allein schon, weil keine Chemie drin ist.

Regel 3: Es gibt gute und sinnvolle Funktionskleidung, …

… nur leider ist genau die wahnsinnig teuer. Es ist kaum vorstellbar, wie viel Mist und Murks auf dem Markt ist, der als Funktionskleidung angeboten wird, und am Ende zu rein gar nichts taugt. Man sollte sich vor dem Kauf unbedingt gut informieren.